Acer E-Scooter 5 im PCtipp-Test

Acer macht jetzt so richtig mobil: Der Computerspezialist lanciert mit dem E-Scooter 5 seinen ersten klassischen Elektro-Scooter.

(Quelle: Acer)

Vier Schrauben, die mit einem Inbusschlüssel festgezogen werden müssen: Mehr brauchts nicht, um den neuen E-Scooter des Hardwareherstellers Acer in Betrieb zu nehmen. Und natürlich liegt das gesamte Schraubmaterial und Werkzeug genauso der Verpackung bei, wie der rund 18,5 kg schwere E-Scooter, den wir 1,5 Wochen lang auf «Herz und Nieren» getestet haben. 

Und so viel vorweg: Der komplette Aufbau, also das gut verpackte Gerät aus dem Karton zu entnehmen, vor sich hinzulegen und danach die vier Schräubchen anzuziehen, sollte in deutlich weniger als 5 Minuten erledigt sein.

Wer danach (wie wir) nicht warten kann, und die gut bebilderte Anleitung zur Inbetriebnahme erst einmal zur Seite legt, kann das E-Gefährt auch gleich mal Probefahren. Acer hat nämlich den Akku des Vehikels mit 66 Prozent voraufgeladen. Denn das Fahren, das macht richtig Spaß! Aber der Reihe nach.

Breite Trittfläche des E-Scooters 5 von Acer
Quelle: Acer

Mobil und auf «E» getrimmt: Acer will, nach eigenen Angaben, mit dem Modell «den mobilen, nachhaltigen und urbanen Lebensstil unterstützen.» Aufhorchen lässt die Reichweite, die mit unserem Testmodell mit der genauen Bezeichnung AES015 erzielt werden kann: Der Hersteller gibt nämlich an, dass mit einer Akku-Ladung bis zu 60 km zurückgelegt werden können.

Das Einsatzgebiet sieht Acer bei Berufstätigen, die zur Arbeit pendeln möchten. Auch für diejenigen, die «verstärkt neue und umweltfreundliche Fortbewegungsmittel nutzen möchten, und so entspannt und ohne große Anstrengung ihr Ziel erreichen wollen, ist der E-Scooter 5 die primäre Wahl», so Acer.

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Eine kurze Übersicht zum Acer ES Series 5 im Video.

Acer ES Series 5: die technische Ausstattung

Acer AES015: Schwanenhals mit robustem Lenker
Quelle: Acer

Von außen betrachtet macht der E-Scooter eine gute Figur: Der faltbare E-Roller kommt in Schwarz mit grünem Rand. Weiter aufgewertet wird das durchaus hübsch anzusehende Design mit einem stoßfesten Aluminiumrahmen.

Der Hersteller stattet das Gerät außerdem mit robusten Griffen sowie einer breiten Tretplattform von 64 × 16,5 cm aus, damit auch größere Füße bequem Platz haben. Schön großzügig. Die Fußablage ist rutschfest, damit auch bei nassem Wetter nichts Gröberes passiert.

Die beiden 10 Zoll großen Schaumstoffräder machten während des Testzeitraums ebenso einen stabilen Eindruck. Sie bieten auch bei kurviger Fahrt einen zuverlässigen Halt auf der Fahrbahn. Um Stöße bei Straßenunebenheiten auszugleichen, ist der Acer-E-Roller mit einer Hinterradfederung ausgestattet. 

Also: keine Angst vor kleinen Hubbeln!

Acer AES015: zusammenklappbar
Quelle: Acer

Der E-Scooter 5 kann zum Transport an seinem langen und nicht verstellbaren (!) Hals für den Transport zusammengeklappt werden. Aufgrund seines Gewichtes bedarf es aber auch einer gewissen Kraft, um den E-Scooter von A zu B zu transportieren. Oder andersrum: Lange Tragestrecken dürften wohl eher die Ausnahme wie Regel sein.

Der Scooter misst im ausgeklappten Zustand 118 × 49 × 125 cm. Acer gibt eine Tragfähigkeit von bis zu 100 kg an. Für alle Technikversierten: Der Acer-5-E-Scooter besitzt einen leistungsstarken 36-V/350-W-Motor (V = Volt, W = Watt), mit dem die in der Schweiz zulässige Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h auch problemlos erreicht wird.

Dabei soll das Modell Steigungen von bis zu 16 Prozent überwinden können. Das haben wir selbstverständlich ausprobiert, und können dies bestätigen. Allerdings gibt es eine nicht unwichtige, unbekannte Konstante bei der Rechnung: Denn auch das Gewicht des Fahrers ist matchentscheidend: Wir haben diesbezüglich drei Personen mit unterschiedlichen Voraussetzungen (43 kg, 74 kg und 95 kg) den E-Scooter fahren lassen: Bei der schwersten Person hatte der E-Scooter bereits bei Steigungen von über 5 Prozent mit einer Topspeed von 6 km/h arg zu kämpfen. Mehr war nicht drin.

Für die beiden leichteren Tester gibt es Entwarnung: Hier ist das Anfahren an entsprechenden Steigungen kein Problem. Konkret: Die Beschleunigung auf rund 11 bis 15 km/h funktionierte deutlich besser.

Die E-Scooter App

Per App Licht und Tempo einstellen
Quelle: PCtipp

Darüber hinaus gibt es erweiterte Funktionen, die über die zugehörige Acer-App (kostenloser Download für Android- und iOS-Geräte in den jeweiligen Shops) aktiviert werden können. Hierzu gehören Scheinwerfersteuerung, elektrische Sperre und Seitenbeleuchtung, sowie drei feste Geschwindigkeitsstufen, mit 6 km/h, 10 km/h bzw. 20 km/h.

Der verbaute Lithium-Ionen-Akku kommt auf eine Kapazität von 15 Ah (= Ampere-Stunden). So soll mit einer einzigen Ladung (!) eine Strecke von bis zu 60 km zurücklegt werden können. Acer bezeichnet ihn deswegen als «einen der effizientesten Scooter in seiner Kategorie». In der Fahrpraxis kommt der E-Scooter vor allem, wenn es wellig ist, nicht ganz an die 60 Kilometer heran. Tatsächlich übrig bleiben dann noch gefahrene 52 Kilometer, die wir bei nahezu ebener Strecke (Fahrergewicht 74 kg) erreichten.

Das ist ein Spitzenwert, mit dem sich der E-Roller in die Premium-Liga schiebt. Ist der Akku leer, verstreichen mit dem beigelegten Ladegerät rund 7,5 Stunden, bis der Stromspender wieder voll aufgetankt ist.

Angezeigt wird der aktuelle Ladezustand über eine Mini-LED (am Ladegerät), welche dann bei 100 Prozent von der Farbe Rot auf Grün wechselt. Acer bezeichnet den E-Scooter nach IPX5-Norm als wasserdicht. Es darf also somit auch durch Pfützen gefahren werden. Der Elektromotor und die Batterie sind, so Acer, durch ein robustes Gehäuse aus Aluminium geschützt.

Funktionalität und Fazit

Zusammenspiel von Handy und Bildschirm
Quelle: Acer

Kommen wir zum LED-Display direkt am Lenker des Scooters. Der Mini-Bildschirm zeigt die aktuelle Geschwindigkeit, den Ladezustand der Batterie und den gewählten Geschwindigkeitsmodus («I», «II» oder «III») gut sichtbar an.

Der Beschleunigungshebel am linken Rand des Lenkers lässt sich stufenlos und leicht bedienen. Zum Anfahren muss allerdings mit dem Fuß kurz angeschubst werden. Die Geschwindigkeit wird dann mit leichtem Druck auf den Hebel erhöht, beim Loslassen wiederum reduziert.

Sichtbarkeit erhöhen: Acer integriert einen Front- und Heckscheinwerfer zur Ausleuchtung der Straße bei Nacht sowie Bremslichter und vier Seitenreflektoren. Sie wollen sicherstellen, dass der E-Scooter auch von Weitem oder bei leichtem Nebel sichtbar bleibt. Prima.

Außerdem ist hinten ein Abbiegelicht vorhanden. Der Blinker lässt sich unterhalb des Beschleunigungshebels setzen.

Acer-Series-5-Roller: Blinklicht am hinteren Rad
Quelle: Acer

Das Suchen des Schalters, um den Blinker zu setzen, war gerade am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Ab der dritten Benutzung des E-Rollers gings dafür nahezu intuitiv.

Der E-Scooter verfügt ferner über ein vorderes Bremssystem, das aus einer elektronischen Bremse vorne und einer Metallscheibenbremse hinten besteht. Im Falle einer Notbremsung soll sich das Bremssystem durch einen kürzeren Bremsweg auszeichnen. Wir haben auch dies überprüft. Bei den ersten beiden Bremstests waren wir von der starken Bremswirkung dermassen überrascht, dass wir sehr schnell den Fuss am Boden hatten. Beim dritten Mal bewies der Tester schon mehr Mut, und konnte auf dem Roller tatsächlich auch bis zum Schluss stehen bleiben.

So oder so empfiehlt es sich auf jeden Fall ein oder mehrere Bremsmanöver abseits des Straßenverkehrs durchzuführen, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Der Vollständigkeit halber: Links unter dem Trittbrett verbaut Acer zudem noch einen Ständer, um den E-Scooter abzustellen und zu parken.

Fazit: Acers E-Scooter 5 ist eine Bereicherung für die Roller-Elektromobilität. Top sind Reichweite, Preis (~599€) und Bedienung. Allerdings ist auch das Gewicht von 18,5 eine nicht zu vernachlässigende Größe. Hier brauchts schon auch kräftige Hände.

*Daniel Bader: Spezialist für Drucker, Netzwerke, TVs und Heimkino. Aber auch PCs, Smart Home, coole Haushaltsgeräte und alles, was nachhaltig ist, begeistern mich.

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